Küchenplanung II: Die Sache mit den Ecken


Wer Teil I verpasst hat: Hier geht’s los.

Wenn Platz Mangelware ist, man aber gleichzeitig zur Kategorie Hamster gehört, zählt jeder Zentimeter Stauraum. Für mich war klar, der Raum verlangt nach einer sogenannten G-Küche, alles andere würde Stauraumverlust bedeuten -> indiskutabel. Daraus folgt aber zwangsläufig, dass ich drei Ecken habe. Unkritisch ist die Ecke der Halbinsel, dort wird von der Eßzimmerseite ein ganz normaler Unterschrank eingeschoben. Der kann wie jeder andere genutzt werden und kostet eben auch den normalen Preis. Das Topfrondell dagegen ist schon deutlich teurer, wird aber von der Magic Corner noch um Längen übertroffen *g*. Auch wenn die Preise von 1999 sind, um die Relationen zu verdeutlichen eignen sie sich bestens:

Ecken-bepreist Beide Ecklösungen nutzen den Raum nicht vollständig und vor allem: sie bieten nur zwei Stauebenen. Der normale US dagegen z. B. drei Auszüge oder zwei Auszüge und zwei Schubladen (beim 6-Raster-Korpus zumindest, aber dazu später mehr). Wer also den Platz hat, einen Unter- oder Hochschrank mehr zu stellen und dafür die Ecke „tot zu legen“, spart Geld und gewinnt Komfort. Hervorragend erklärt wird das im Küchen-Forum in dem Thread „Warum tote Ecken gute Ecken sind“.

Aber was tun, wenn die blöden Wände sich ums Verrecken nicht nach außen schieben lassen wollen? *g* Da kann ich doch die Ecken nicht tot legen?!? Ja, nein, aber… 😉 In extrem kleinen Küchen wird man vielleicht wirklich nicht darauf verzichten können, aber in normalen Küchen kann man mit guter Planung den Verlust kompensieren. Was vielen nicht klar ist: Man verliert ja nicht den kompletten Stauraum, einen Teil gewinnt man ja zurück:

Ecken-Flächengewinn

Und jetzt kommt der eigentliche Casus Knacktus: Insbesondere beim Verzicht auf das Rondell wäre es ziemlich dämlich, die gewonnene Fläche als zwei schmale Schränkchen zu planen. Warum? Aus zwei Gründen:

Schmale Schränke sind fast genau so teuer wie breitere. Beispiel: Ein 60er US mit zwei Auszügen und zwei Schubladen kostete 853 DM. Ein 30er US mit 1 Schublade und einem Auszug (darin noch ein ausziehbarer Drahtkorb und ein Flaschenträger, also eigentlich schlechter ausgestattet) kostete 725 DM.

Dazu kommt der Stauraumverlust. Bei jedem Schrank (mit Auszügen, bei Drehtüren ist es weniger, aber wer will die freiwillig?) verliert man aufgrund der Seitenwände und der Auszugsmechanik ca. 10 cm an Breite.

Die beiden Schränke haben zusammen 1.578 DM gekostet und mir etwa eine netto Stauraum-Breite von 70 cm gebracht. Großzügig gerechnet ist der 60er 17% teurer als der 30er. Rechnen wir also den 60er auf einen 90er hoch -> 853 DM + 17% = 998 DM. Dafür bekommen wir aber 80 cm netto Stauraum-Breite. Für nur zwei Drittel des Preises bekomme ich 10 cm Stauraum zusätzlich! Ein ziemlich überzeugendes Argument finde ich.

Aber rechnen ist eins, Glauben ja sowieso nicht so meins, ich bin ja mehr von der Fraktion „Selbstversuch“. Dass die Magic Corner nicht der Bringer sein sollte… hm… das bliebe zu testen!

Der Test: hier 🙂

 

 

 

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~ von eigenwillig - 7. März 2015.

2 Antworten to “Küchenplanung II: Die Sache mit den Ecken”

  1. Sehr gut erklärt!

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